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Chianciano Terme

hianciano Terme ist eines der berühmtesten Thermalbäder Italiens. Mit seiner vorzüglichen geografischen Lage zwischen dem Val d’Orcia mit seinen Tonböden (seit 2004 UNESCO Weltkulturerbe) und dem fruchtbaren Valdichiana, zwischen den Weinbergen des Montepulciano und den Sehenswürdigkeiten aus der Renaissance von Pienza: Kur- und Entspannungsort, aber auch Ausgangspunkt, zur Entdeckung der Schönheiten der Toskana und des nahegelegenen Umbriens.

Die wohltuenden Eigenschaften des Mineralwassers dieser kleinen Stadt wurden schon von den Etruskern und Römern geschätzt, welche diese Stadt durch die Errichtung einer bedeutenden Siedlung dauerhaft besiedelt hatten. Die zahlreichen Grabmäler in diesem Gebiet lassen darauf schließen, dass es mindestens eine, oder auch mehrere Siedlungen in der Nähe der Stadt Chiusi gab. Chiusi hat seine Blütezeit im 5. Jahrhundert v. Chr. erreicht, wobei das Gebiet um Chianciano reich an Überresten aus der Bronze- und Eisenzeit ist. Besonders nennenswert unter diesen ist die an den Hängen des Monte Cetona gelegene neolithische Ansiedlung von Chiarentana, wo die Fundamente einiger Hütten sowie Überreste aus Keramik und Materialien aus Obsidian (Glaslava) entdeckt wurden.
Der Fund dieser Gegenstände bezeugt einen reichen wirtschaftlichen Austausch mit dem Pontinischen Archipel, insbesondere mit der Insel Palmarola, dem Entstehungsort des Obsidians. Zu Ende der Eisenzeit (10.–9. Jahrhundert v. Chr.) hat sich auf diesen Hügeln mit Blick auf das Val d’Orcia eine reiche und stark bevölkerte Ansiedlung gebildet, von der es zwar keine Spur mehr gibt, die es aber aufgrund der seit 1990 in Ausgrabung befindlichen reichen Nekropole sicherlich gegeben haben muss. Der geo-archäologische Verein von Chianciano Terme hat zu dieser Zeit mit der Ausgrabung eines weitläufigen Gebietes in der Ortschaft La Foce begonnen und mehr als 700 Gräber aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. ans Licht gebracht. Hierbei handelt es sich um Ziro-Gräber (in denen sich die Totenasche gemeinsam mit den Beigaben in großen Tonkrügen befindet), sowie um Kastengräber (Behälter mit parallelflacher Form aus Stein mit gleicher Funktion des Ziro Grabes) und in Tuffstein gegrabene Kammergräber.
Die Besonderheit dieser Nekropole besteht in ihrer enormen Anzahl an Gräbern und dem Reichtum der in ihnen enthaltenen Materialien. Während es hier tatsächlich mehrere hundert Gräber gibt, wurden in der ländlichen Umgebung des vom Orient angehauchten Chiusi nur etwa siebzig Gräber aus der gleichen Zeit ans Licht gebracht. Die Anwesenheit einer solch großen Siedlung zu jener Zeit basiert auf der strategischen Lage, in der sie sich befand: Auf einem Bergpass auf 500 m Höhe wo die antike Rosellana verlief, die Hauptverbindung zwischen den Küstenstädten und dem im Inland gelegenen Etrurien (Chiusi, Perugia, Cortona, Arezzo).
Von besonderem Interesse sind die in diesen Gräbern enthaltenen Materialien: Etruskische Vasen aus farblosem Terrakotta und aus Bucchero, Bronze- und Silberschmuck (Ringe, Armbänder, Ketten). In den späteren Gräbern häufen sich importierte Vasen: Attisch und korinthisch. Der wahre Schatz dieser Nekropole ist jedoch der Fund von siebzig Kanopen, Skulpturen aus Ton mit der Kopfform des Verstorbenen, die von einem „Thron“ gehalten werden und dessen Asche beinhalten.
Die Nekropole von Foce wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. verlassen, aber in der hellenistischen Zeit sporadisch erneut verwendet. Zu dieser Zeit bildete sich eine andere Nekropole in der Gegend von Pedata-Morelli. Es handelt sich um sehr große zimmerförmige Gruften, oft mit mehreren Räumen pro Grab, mit sehr reichen Beigaben. Aus diesem Gebiet kommen einige Aschebehältnisstatuen aus Fetida Stein, die im archäologischen Museum von Florenz aufbewahrt werden. Darunter auch die berühmte Mater Matuta Statue, sowie Grabsäulen und andere Materialien. Wichtig ist darüber hinaus das elegant beschaffene Material aus Bronze. Dieses komplexe Grabsystem gehört einem aristokratischen Stand von Großgrundbesitzern, der sich mit der Bevölkerung von Chiusi oft in Streit befand.
Zur hellenistischen Zeit entstanden auch einige Wallfahrtskirchen, die den Gottheiten der Gewässer gewidmet sind, auch wenn einige bereits vorher entstanden waren. Der berühmteste von ihnen ist der Tempel von Fucoli, der auf dem gleichnamigen Hügel entdeckt wurde, und von dem noch Teile seiner Terrakottagiebel mit der Darstellung mythologischer Szenen erhalten sind. Genau in dieser Epoche begann jedoch der Verfall der etruskischen Zivilisation, sowohl durch interne Probleme bedingt, als auch durch die stetig wachsende Romanisierung. Die Römer haben die Ländereien um Chianciano herum in viele Großgrundbesitze aufgeteilt, was zur Beseitigung des Standes der kleinen Grundbesitzer beigetragen hat, der zu etruskischer Zeit neben dem Adel stand.
Der spät-etruskische Bauernhof von Poggio Bacherina, mit seinen ans Licht gebrachten Wannen zur Wein- und Ölherstellung, stammt genau aus dieser Zeit. Auf die Römerzeit
gehen hingegen die Thermalsiedlung von Mezzomiglio und die Zisterne von Camerelle zurück. Gerade die Thermen von Mezzomiglio sollen laut amerikanischer Forscher, die dort die Ausgrabungen durchgeführt haben, mit den Bädern von Chiusi gleich zu setzen sein, von denen der lateinische Dichter Horaz (Quintus Horatius Flaccus) sprach und in denen er eine Ruhezeit auf Anordnung von Antonio Musa, Leibarzt des Imperators Augustus, verbrachte.

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